Montag, 5. Dezember 2016

Tagebuchbloggen Dezember 2016

Wie an jedem 5. Des Monats fragt Frau Brüllen auch heute wieder: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Hier meine Antwort mit nervender Arbeit, Kakerlaken im Essen und krakem Kleinkind:
 

1:irgendwas und 3:irgendwas Ich glaube, das Abendessen war doch nicht genug. Der kleine Rabe rödelt durchs Bett, ist unruhig und motzig, aber er scheint diesmal keine Schmerzen zu haben. Zumindest weint er nicht und fasst sich auch nicht an den Mund. Dafür will er stillen und scheint mit der dadurch erreichten Sättigung nicht ganz zufrieden. Immerhin: Er schläft wieder ein. Aber ich freue mich schon sehr darauf, wenn er uns sagen kann, worauf er Apetit hat. Derzeit bekommen wir als Antwort immer nur „Njamka!“, also lecker. Was wohl richtig ist, aber halt bei der Suche nach dem, was er jetzt gerade als lecker empfinden würde, nicht besonders hilft. So nennt er nämlich grundsätzlich alles Essen, das ihm gerade schmeckt. Und spätestens, wenn Reis, Brei mit Mango, Nudeln, Milchbrötchen und Banane abgelehnt wurde gehen wir halt erstmal davon aus, dass er einfach satt ist, und mit „njamka“ sowas wie Schokolade oder Kekse herbeiwünscht...

 

6:45 Der Wecker klingelt und holt mich aus einem angenehmen Traum. Ich hatte von einer Betriebsfeier geträumt. Nach irgend einer Teambuilding-Aktivität saß ich gerade an einem langen Tisch, scherzte mit einem spanischen Kollegen, hatte richtig ungesund fettige Pizza und chinesische Suppe vor mir stehen und war gerade kurz davon, einen herzhaften Schluck aus einem großen Glas Bier zu nehmen. Statt Traum-Bier gab es Wecker. Hmpf.

 

6:50 Das Haselchen hatte sich ebenfalls einen Wecker gestellt und kommt jetzt herein, um mich abzulösen. Denn morgens, so haben wir festgestellt, schläft der Rabe alleine höchtens 10 Minuten. Aber seine normale Aufwachzeit ist irgendwo gegen 8:00, also braucht er mehr Schlaf und sollte halt nich schon zwangsweise vor 7 wach sein.

 

6:55 Ich habe meine Klamotten zusammen gesucht und bin im Bad. Ich sollte aufhören, meine Kleidungsstücke in der ganzen Wohnung zu verteilen als sei nachts ein angetrunkenes, frischverliebstes Paar nach Hause gekommen. Andererseits habe ich einfach keinen festen Ort für meine Sachen, der NICHT sofort von den Katzen belagert (und die Sachen damit komplett zugehhart) würde(n). In der neue Wohnung muss ich mir da eine Lösung überlegen.

 

7:20 Der „Jetzt losgehen“ Wecker klingelt, aber ich bin nich einmal angezogen. Hupsi. Zeitmanagement ist nicht meine Stärke... Aber die Wärmelampe auf den Schulter tut einfach soooo gut und ich habe zum Glück noch ein paar Minuten Puffer, denke ich und beeile mich.

 

7:25 Ich werfe ein in Folie gewickeltes Stück „Yummie bun“ in meinen Rucksack und passe die Feinstaubmaske auf meine Nase an. Der AQI ist über 200 und damit „very unhealthy“. Was da draußen aussieht wie dichter Nebel, ist in Wirlichkeit gesundheitsschädlicher Smog. Nur noch 64 Tage, nur noch 64 Tage...

 

7:32 Ich fahre auf meinem Rad aus dem Compound. Für einen Monatg ist der Verkehr erstaunlich gut.

 

8:03 Trotzdem bin ich zu spät. Also schleicht ich schnell zu meinem Schreibtisch, statt freundlich alle zu grüßen – in der Hoffnung, dass meinem Tealeitet nicht auffällt, dass ich 5 Minuten zu spät bin und er die nicht als „lateness“ im System vermerkt.

 

8:08 Mit einem frischen Moccha mache ich mich Yummie-bun futternd ans Werk. Mir fällt ein, dass ja heute der 5. ist und ich schreibe erstmal auf, was ich sonst schon heute gemacht habe.

 

9:30 meine Picklist-Zeit beginnt. Ich tausche mit Kokllegen noch schnell Schichten hin und her und überlege, mir doch noch einen weiteren Tag Urlaub zu nehmen, nachdem die Seefracht weg ist, damit ich auch ein bisschen Zeit mal angenehm verbringen kann und nicht ständig so gestesst bin... Derweil wird mir leicht übel und ich bekomme Kopfschmerzen. Danke, Luftverschmutzung. -_- Noch 64 Tage, noch 64 Tage...

 

9:51 Meine Picklist gibt mir keine neuen items aus und ich bekomme eine Fehlermeldung. Also melde ich den Fehler an unser Support-Team. Ich könnte mich jetzt kurz über die ganzen bugs und Systemfehler in letzter Zeit aufregen. Aber ich habe keinen Bock mehr. Ich bin froh, dass ich bald hier weg bin. Aus der Stadt, aus dem Land sowie aus der Firma. Ja, das Betriebsklima ist toll, aber es ist wirklich in jeder Hinsicht höchste Zeit für Veränderung.

 

9:57 Ich hole mir noch einen Kaffee. Denn auch, wenn meine Picklist nicht funktioniert, lasse ich den Telefoncode mal kurz so stehen. Ich böses Mädchen... Denn wenn mein Telefon auf ready steht darf ich ja meinen Schreibtisch nicht verlassen. Nicht einmal für die 2 oder 3 Minuten, die es dauert, bis ich einen frischen Kaffe haben. Dafür muss ich Personal time nehmen. Genau wie für jeden Gang zur Toilette außerhalb meiner Pausenzeiten. Und personal time haben wir genau 15 Minuten pro Tag. Erwähnte ich schon, dass ich meinen Job nicht mag? Also, die Aufgaben an sich schon, aber dieses Drumherum... Ich verstehe ja, dass das halt dazu gehört, wenn man eine Hotline besetzt. Und wenn es die interen Hife-Hotline ist. Aber dass WFM halt echt jede Pinkelpause bis auf die Minute genaus planen muss, das könnte man auch anders regeln und mit mehr Freiraum für mehr Motivation sorgen... Was aber, andererseits, wohl bei der chinesischen Arebeitsmoral schnell schief gehen würde. Ich sehe hier ja regelmäßig agents an ihrem Platz SCHLAFEN. Während der Arbeitszeit. Anstatt dass sie die Emails bearbeiten, die sie eigentlich in der Zeit machen sollten und von denen mehr als genug da sind...

 

10:23 Meine Picklist funktioniert. Stattdessen fluche ich nur lautstark, sehr genervt und entegen meiner gewöhnlichen Art sogar mit Kraftausdrücken, weil ich die Verfügbarkeiten für eine ferienwohnung, die es nicht mehr gibt, nicht schließen kann. Jedes verfluchte mal bekomme ich die nette, kleine Meldung vom System „An error occured. Please try again“. Aaaaaaaargh

 

10:30 Mitten in meine Schimpftiraden und meine „Ich will alles anzünden“-Gefühl kommt eine Sprachnachricht von zu Hause und mein Herz schmilzt ein bisschen. Das Haselchen hat seit ein paar Tagen versucht, dem kleinen Raben beizubringen, wie wir heißen, und schickt mir jetzt folgende Unterhaltung:

Kak Mama sawut? (Wie heißt Mama?)

Mamina!

Fast, aber ich finde, das kann man so lassen...

 

10:43 Nachdem ich meinen mass issue für heute bearbeitet habe, habe ich jetzt Pause. EIGENTLICH vor 13 Minuten, aber nun denn.

 

10:57 Ich schalte mein Telefon wieder auf ready. Es bleibt erst einmal vergleichsweise ruhig – am Monatg ist die coverage immer besonders gut. Also tippe ich nebenbei an einem anderen Text.

 

12:30 Lunchtime! Ich habe einen Bärenhunger und lade mir den Teller gut voll. Nachdem ich etwa die Hälfte verputzt habe (und noch immer weit entfernt vn satt bin) quietscht die Kollegin, die mir gegenüber sitzt, plötzlich laut auf. Sie ruft etwas auf Chinesisch, eine Kollegin kommt, dann noch eine, die Chefin, die auch in der Nähe saß, kommt ebenfalls, alle schauen auf den Teller und fangen an, Fotos zu machen. Neugirig geworden frage ich nach, was passiert ist. Antwort: Die quietshende Kollegin hat einen Käfer gefunden. Ich schaue und tatsächlich liegt da mitten im essen eine junge, kleine Kakerlake. Brrrrrr. Ich meine ich weiß, die Kakerlaken hier können überall auftauchen. Die fliegen durch die Gegen und schauen überall mal vorbei. Wir hatten gerade gestern Abend eine, die wohl mal wieder über das Balkonfenster ins Schlafzimmer gekommen war. Aber trotzdem: Brrrrr! Ch mache auch ein foto. Dann habe ich aber weiter Hunger und versuche, weiter zu essen. Denn, so sage ich mir, sowas kann immer mal vorkommen. Gerade in Großküchen. Und es war eine einzige und überhaupt... Trotzdem betrachte ich jede Nudel und jedes Blat von alle Seiten, bevr ich es in den Mund stecke. Kaue dann ganz vorsichtig und warte richtig darauf, dass es gleuch unerwartet crunchy wird. So macht das essen keinen Spaß und ich gebe auf.

 

13:10 Ich fahre nach unten, um mir im 7Eleven etwas zu kaufen. Die Kantine ist derweil komplett leer – die Geschichte hat sich sofort rumgesprochen und niemand möchte heute noch was vom Caterer essen. Ich durchsuche das gesamte Angebot im 7Eleven. Aber habt ihr mal versucht, in Chian etwas zu Essen zu kaufen, in dem KEIn fleisch drin ist? Selbst in jedem kleinen SALAT in der Kühltheke liegen mindestens ein paar Scheiben Hähnchen oder Rind. Manchmal haben die hier im 7Eleven richtig leckere Nudeln, die man kalt isst. Mit Rohkost und einer Ernuss-Zu-Soße. Heute leider nicht. Also nehme ich mir Instantnudeln mit. Meh, aber was will man machen?

 

13:30 Theoretisch geht es jetzt weiter mit der Arbeit. Praktisch hole ich mir jetzt erstmal noch einen kaffee.

 

13:35 JETZT geht es weiter. Also auch theoretisch. Praktisch bin ich zwar available, esse aber in Ruhe meine Nudelsuppe. Die chinesischen Kollegen stört es ja nicht einmal, wenn man schmatzend und mit vollem Mund ans Telefon geht.

 

14:07 Das Haselchen meint, der schlafende Rabe zu Hause fühle sich plötzlich ganz heiß an und er befürchte, der Kleine habe Fieber. Mir wird flau im Magen. Klar, ein kleiner Infekt wäre nichts Weltbewegendes, aber schön ist halt trotzdem anders...

 

15:00 Pause.

 

15:33 Das Haselchen berichtet von zu hause: der kleine Rabe ist gerade aufgewacht, aber wirkt ganz schwach und matt. Ich möchte gerne irgendwas zwischen heulen un toben, dass ich noch 1 ½ Stunden hier festsitze...

 

15:39 39.1 Grad. Ok, kein krass hohes Fieber. Also nicht für ein Kleinkind. Aber trotzdem tut mir der Kleine so Leid und ich überlege, ob ich mir einfach morgen urgent leave nehmen soll.2.5 bezahlte Urlaubstage habe ich für dieses Jahr noch...

 

16:00 Während ich mit einem agent spreche, schreibe ich parallel mit dem Haselchen. Der Rabe hat as getrunken und schläft gerade wieder ein. Das klingt gut. Flüssigkeit und Schlaf helfen immer...

 

16:56 Ich schicke mir selbst eine Email mit dem bisherigen WMDEDGT, da ich in 4 Minuten Feierabend habe und das hier bis jetzt am Arbeitslaptop getippt habe, den ich allerdings hier lassen möchte.

 

17:03 Ich stehe im Aufzug nach unten. Ich beeile mich auf dem Weg und trete ordentlich in die Pedale.

 

17:30 Zu Hause angekommen ist alles dunkel und still. Das Haselchen liegt mit dem Raben im dunklen Schlafzimmer. Der kleine Patient freut sich erstmal sehr, mich zu sehen und verlangt dann lautstart nach "Kamas". Er möchte also Cartoons schauen. Ich werte das mal als gutes Zeichen.

 

18:30 Ich habe das Haselchen erstmal abgelöst. Der Rabe hat gestillt und gequatscht, dann geweint und geschrien, war auf dem Töpfchen, wo er sich an meiner Schulter ansehen musste, wir haben nochmal Fieber gemessen (38.9°C, also es geht wirklich) und nun gerade schläft er wieder an der Brust ein.

 

19:00 Der kleine Rabe wacht auf und will Kamas. Er weint. Also schauen wir Mausclips und Leo Junior auf dem Handy. Dabei versuchen das Haselchen und ich, ihm etwas zu essen und zu trinken anzubieten. 3 Schluck Wasser und 2 Löffel Brei später ist dem Raben aber das Sitzen zu anstrengend. Ich lege ihn wieder hin und biete nochmal an, aber er will nichts. So liegen wir dann beisammen, mein Baby als kleines Löffelchen in meinem Arm, und schauen Cartoons. Irgendwann schaut er kaum noch hin. Ich mache das Video aus und erzähle stattdessen die Geschichte, wie der Kater zu uns kam. Er hört eher teilnahmslos zu und stillt zwischendurch ein bisschen.

 

20:40 Plötzlich hat der kleine Rabe gute Laune. Er redet von Ma und Mama und Panda und Kamas und Ma Ei und fragt nach Papa. Er lächelt und lacht sogar ein bisschen. Papa kommt. Dann schwenkt die Laune aber wieder schnell und er wird groggi. Das Haselchen legt sich zu ihm und er pennt wieder weg.

 

20:55 Ich schaufle mir so schnell ich kann eine Portion Nudelauflauf und einen halben Zentner russisches Konfekt rein und trinke ein großes Glas Wasser. Dann putze ich Zähne und rolle meine Haare für die Nacht ein.

 

21:20 Ich lege mich bettfertig zum schlafenden Raben und hoffe auf eine ruhige Nacht und dass es ihm morgen besser geht. Er sucht im Schlaf nach mir und dockt gleich wieder an. Ich bin sehr froh darum, dass wir noch stillen.

 

21:48 Da ich nicht glaube, dass hier heute noch viel passiert, beende ich den Eintrag an dieser Stelle. Gute Nacht!

Sonntag, 4. Dezember 2016

In der Weihnachtsbäckerei

Ich habe Plätzchen gebacken! Ich weiß, für viele ist das ganz normal und die machen das jedes Jahr. Für mich war es eine absolute Premiere. Also, dass ich alleine selbst Plätzchen gebacken und nicht nur meiner Mama beim Backen geholfen habe. Dabei fiel mir auf: Tatsache, seit ich 2007 zu Hause ausgezogen bin, habe ich keine Plätzchen mehr gebacken. Ich hatte trotzdem immer Massen an Weihnachtsplätzchen, weil Mama mich mit ausreichend Care-Paketen versorgt hat. Aber selbst gebacken habe ich nie. Bis eben jetzt.

Ich hatte mir natürlich schlauerweise einen der drei Tage ausgesucht, an denen ich alleine mit dem kleinen Rabe zu Hause war. Und habe natürlich auch vollkommen unterschätzt, wie viel Arbeit so „einfaches“ Buttergebäck macht... Und hatte nicht genug Butter im Haus und konnte auch nicht mal eben welche kaufen gehen, weil der nächste Laden, der VIELLEICHT Butter haben könnte rund 15 Minuten zu Fuß weg ist und die Luft richtig schlecht war und ich bei einem AQI von fast 190 dem Raben keinen 30 minütigen Spaziergang draußen zumuten wollte. Aber trotzdem hat es geklappt. Ich habe bis fast 23:00 Uhr gebacken und der Teig war mit teilweise Kokosöl nicht ganz optimal geschmeidig, aber die Plätzchen schmecken richtig gut. Der Rabe fand sie allerdings als rohen Teig noch besser und fordert bis heute bei dem Wort „backen“ sofort nach „Njamka!“.

Die restliche Butter – und das Kokosöl zum Strecken (70% Kokosöl, 30% Milch habe ich genommen)

Ein Löffel zum Mischen – Rührstäbe oder Knethaken haben wir (noch) nicht. Aber ja auch noch immer hier nur den kleinen Elektroofen. Das kaufen wir dann in Deutschland, wenn wir einen richtigen, großen Umluftherd haben... 

Der kleine Rabe hilft beim Kneten und probiert. Ab da will er gerne die Schüssel leer essen.

Der Teig ist ausgerollt. Der Rabe schaut neugierig, was ich da mache – und ob er nicht doch noch mehr Njamka abbekommen könnte.

Die ersten Plätzchen sind ausgestochen.

Dann mussten wir erstmal pause machen. Es war Zeit für das Abendessen des kleinen Raben. Danach noch waschen, umziehen und schlafen gehen. Als er tief und fest schlief, mache ich dann noch den Rest fertig.

Sogar unseren Silikon-Pinsel habe ich gefunden! *stolz*

Das erste Blech vor dem Backen

Und danach


Und weil ich beim Backen die ganze Zeit daran gedacht habe, wie schön das eigentlich früher war, gemeinsam mit meiner Mama in der Küche zu stehen, Teig zu kneten, auszurollen und auszustechen oder Kringel für die Marmeladenplätzchen zu legen oder das Spritzgebäck durch den Fleischwolf zu drehen etc. planen meine Mama und ich jetzt für nächstes Jahr ein 3-Generationen-Plätzchen-back-Wochenende. Bis dahin kann der kleine Rabe garantiert dann auch schon mithelfen - und darf noch mehr Teig naschen. Hach, ich freue mich jetzt schon! Ich brauche jetzt wohl einen Adventskalender mit 365 Türchen, damit ich bis dahin runterzählen kann... ;-)

Freitag, 2. Dezember 2016

17 Monate kleiner Rabe

Ach mein Kleiner, es ist so unglaublich, wie schnell das letzte Jahr vergangen ist und wie viel sich seitdem getan hat. Vor einem Jahr noch warst du mein kleines Still- und Tragebaby und ich hatte Sorge, wie du es verkraften würdest, wenn ich wieder arbeiten gehe. Heute bist du meine kleine Fressmaschine im nach vorne gerichteten Buggy (weil du alles sehen willst und sonst nur motzt und weil du echt zu schwer geworden bist fürs längere Tragen – höchstens auf dem Rücken ginge es vielleicht mehr als eine halbe Stunde...). Und derzeit habe ich ehrlich gesagt gar keine Sorge. Ich habe ein tiefes Vertrauen in deine eigene Kompetenz gefunden. Ich vertraue dir, dass du weißt, was und wie viel du essen möchtest. Ich vertraue dir, dass du schon noch laufen wirst, wenn du es eben kannst. Ich vertraue dir, dass du deinen Weg finden und gehen wirst. Ich vertraue darauf, dass du es ernst meinst, wenn du weinst und ich nehme dich in den Arm. Und wenn du dann strampelst und lauter brüllst, weil ICH der eigentliche Grund bin, der dich so aufregt, weil ich zu etwas Nein gesagt habe, dann erkläre ich dir noch einmal, warum du zum Beispiel nicht mit dem Messer spiel darfst oder warum du jetzt nicht noch ein Video schauen kannst, dann vetraue ich darauf, dass du mich verstehst. Vielleicht nicht jedes wort, aber meine Intention. Und wenn du dann immer noch frustriert bist, dann vertraue ich darauf, dass du trotzdem damit umgehen kannst. Denn ich liebe dich trotzdem über alles und sage und zeige dir das auch.

 

Gerade Gestern habe ich meinen Hand auf deine Brust gelegt, als du geschlafen hast. Und ich habe dein kleines Herz kräftig schlagen gespürt. Dabei habe ich darüber nachgedacht, was ich mir für deine Zukunft wünschen würde. Und mir wurde bewusst, wie viel Potential du in dir trägst. Du kannst alles schaffen und alles sein, was du willst. Und ich werde dabei immer für dich da sein, dich unterstützen und dich lieben. Du kannst Automechaniker und damit glücklich werden und ich wäre glücklich. Oder du kannst die Welt verändern, Krebs heilen oder eine gerechte Wirtschaftsordnung etablieren – denn du hast das Potential dazu. Und wenn du stattdessen lieber als Straßenmusiker um die Welt reisen willst, dann liebe ich dich genau so, bin stolz auf dich und bin glücklich, wenn du dein Glück findest – und bin immer da, wenn du mich brauchst. Ich würde mich dann nur über regelmäßige Lebenszeichen freuen, damit ich nachts besser schlafen kann...

 

 

Gewicht und Größe

 

11.8 kg

79.5 cm

 

 

Gesundheit

 

Du bist fit wie ein Turnschuh. Selbst deine Nase läuft nur, wenn du gerade dolle geweint hast.

 

 

Zähne

 

Wir warten und warten und warten... Aber du hast noch immer nur die beiden unteren Schneidezähne. Du weinst, fasst dir an den Mund, beißt auf allem herum und deine Felgen sind recht spürbar eine volle Buckepiste, aber durch ist noch immer kein weiterer Zahn gekommen.

 

 

Schlaf

 

Dein Schlaf wird immer besser. Klar ist es tagesformabhängig und wir hatten diesen Monat ein unschönes Intermezzo mit nachts jeweils 2 Stunden wach. Allerdings war das Angst oder Zahnungsschmerz oder beides irgendwie. Ansonsten schläfst du abends meist kurz nach 21:00 Uhr ein und pennst dann bis morgens im Schnitt 8:00 Uhr. Mal 7:30, mal sogar bis 9:00. Tagsüber schläfst du meist 2-2.5 Stunden, irgendwann zwischen 13:00 Uhr und 16:00. Manchmal müssen wir dich um 16:00 Uhr wecken, aber wenn du viel länger schläfst, dann bist du abends vor 22:00 Uhr noch nicht müde und irgendwann wollen halt auch wir mal essen und in Ruhe reden...

 

 

Spiele und Spielsachen

 

Autos, Autos und nochmal Autos. Außerdem Bagger und LKW. Deine Puppe schubst du meistens weg. Auer, du lädst sie zum gemeinsamen Stillen ein. Das ist dann schon echt Zucker, aber eher selten. Auch deine Kuscheltiere sind irgendwie bis auf Ausnahmen nicht so dein Favorit. Du LIEBST deine Fledermaus und schmust sie richtig am Abend. Außerdem hat die Cousine deines Papas dir ein Huhn gestrickt/gehäkelt, das du „Ente“ nennst und mit dem du seit dem ersten Tag, an dem du es bekommen hast, im Arm schläfst. Du magst auch Eimer und alles, was man sich auf den Kopf setzen kann, obwohl du nicht so gerne Mützen trägst.

 

Du spielst gerne mit mir Kuckuck, indem du dir etwas über die Augen ziehst – zum beispiel ein Handtuch oder auch einfach deine Hände. Ich muss dann fragen „Ei, wo ist denn mein Baby? Ich sehe mein Baby ja gar nicht...“ und dann grinst du mich an und erwartest ein überraschtes „Ja da ist er ja wieder!“.

 

Außerdem hast du so deine eigenen Spiele. Wie wenn der Papa bei dir ist, du sitzt auf dem Teppich und spielst und er muss mal aufs Klo. Dann sagt er dir immer, dass du dableiben und warten sollst. Sekunden später rennkrabbelst du unter lautem „rödelrödelrödel“-Rufen du ihm hinterher, lugst kurz ums Eck, lachst dich schlapp und krabbelst zurück zu deinen Spielsachen.

 

 

Medien

 

Ich muss leider zugeben: Du schaust gerne Videos. Der Renner ist bei dir Leo Junior – ein kleiner LKW, der andere Fahrzeuge zusammenbaut. Auch die Sendung mit der Maus hast du schon gesehen und vor allem der Clip mit „Mass nass Adad“, in dem die Maus auf dem Fahrrad nass wird, hat bei dir scheinbar bleibenden Eindruck hinterlassen... ich würde deinen Medienkonsum gerne mehr einschränken, aber du forderst es manchmal halt sehr, sehr deutlich. Und dann irgendwann ist es auch wieder ok und du schaust gar nicht mehr hin. Daher vertraue ich da so ein bisschen auf deine eigene Kompetenz deiner Grenzen. Und biete dir aber natürlich erstmal Gesellschaft, ein anderes Spiel oder eine sonstige Aktivität an, bevor ich das Handy einschalte.

 

 

Angst

 

Bestimmte Dinge machen dir furchtbar Angst. Beispielsweise alle Geräusche aus der Wohnung über uns. Vor allem am Abend. Oder wenn ich genervt „orrrrr“ sage. Dann reist du die Augen auf und klammerst dich ganz nahe an Mama oder Papa. Ist das gerade nicht möglich, krabbelst du so schnell du nur kannst zu Mama oder Papa. Oder weinst, damit sie zu dir kommen.

 

Sehr unangenehm und ein bisschen gruselig war deine Angst in der Nacht diesen Monat. Wie der Versuch ergeben hat, lag es wohl an der Klimaanlage. Offenbar macht dir das Geräusch der Klimaanlage in unserem Schlafzimmer nachts Angst. Denn als diese an war, bist du jede Nacht aufgewacht und warst richtig panisch. Dabei hast du dann immer wieder in die Dunkelheit gezeigt und von „Tante“ oder „Mann“ gesprochen. Außerdem hast du jedes Mal ganz verzweifelt nach deinem Papa geweint. Eine Nacht hast du auf meinem Arm frühs um 3:00 unter Schluchzen „Mama... Papa... Ende!“ geschrien und richtig gezittert. Du hast dich dann erst wieder beruhigt, als du zwischen Mama und Papa lagst, die beide mit dir gesprochen haben. Wir haben jetzt statt der Klimaanlage einen elektrischen Heizkörper bei uns stehen und seitdem ist das mit der nächtlichen Angst viel besser geworden.

 

 

Sprechen

 

Dein Wortschatz ist riesig. Ich muss das die Tage nochmal separat aufschreiben. Jetzt ist es schon zu spät, das alles ein bisschen zu ordnen... Aber du spricht derzeit über den Daumen gepeilt +/- 90 Wörter. Du bildest 3-Wort-Sätze (beispielsweise „Papa Bad nass“ oder „Mama komm her“ oder eben „Mass nass Adad“) und erzählst und manchmal von Dingen, die dich besonders beeindruckt haben. Sei es ein Mausclip oder der Tag mit „Mama Anker, Papa... Kamara!“ an dem wir zusammen Fotos am Anker an der Uferpromenade gemacht haben.

 

 

Fortbewegung

 

Du krabbelst wie eine eins. Du übst das aufstehen ohne unsere Hilfe, indem du aus dem Vierfüßlerstand mit den armen kletterst. Du hast gestern für etwa 10 Sekunden frei gestanden (bis dir bewusst wurde, dass ich dich losgelassen hatte, während du im Spiel vertieft warst – in diesem Moment ließt du dich sofort auf den Po fallen). Du läufst an der Hand. Aber nur an der Hand. An Möbeln entlang geht gar nicht.

 

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass das einzige, was dich daran hindert, einfach zu laufen (ja, noch tapsig und unsicher, aber selbst) deine eigne Angst ist. Vielleicht ist es ein bisschen unsere Schuld, als überbehütende Helikoptereltern. Aber vielleicht brauchst du auch einfach etwas länger, bevor du selbst loslassen und wortwörtlich auf eigenen Beinen stehen kannst. Who knows... 

Mittwoch, 30. November 2016

Shanghai Alltag: Taobao

Es gibt Dinge, die ich in Deutschland vermissen werde. Was eindeutig dazugehört: Taobao! Taobao ist einfach DIE Shoppingwebsite schlechthin in China. Was auch immer man sucht – man findet es mit Sicherheit auf Taobao.

 

 

Sortiment

 

Wir kaufen ungelogen einfach ALLES auf Taobao. Kleidung, Schuhe, Möbel, Windeln, Spielsachen, Handyguthaben, Firlefanz, Deko, Getränke, Luftfilter, Medikamente, Kosmetik, Geschirr, Töpfe, Bettwäsche, Matratze, Elektrogeräte, bis hin zu Lebensmitteln wie Nudeln und Konserven, aber auch frisches Gemüse, Fleisch und Fisch (klappt erstaunlich gut – die Händler, bei denen wir bestellen, liefern aus Shanghai und alles kommt in großen Styroporkisten mit tausend Eispacks und war bis jetzt eigentlich immer noch gut gekühlt. Im Hochsommer, wenn es draußen über 40 Grad hat, bestellen wir dann halt keinen frischen Fisch oder andere dolle temperaturempfindliche Sachen, weil der Liefermensch kommt ja trotzdem weiterhin auf dem Mofa und nicht mit nem Kühl-LKW). Also echt ganz einfach alles. Ok, Eiscreme haben wir noch nie bestellt. Möglich wäre es allerdings, glaube ich. Und Feuerwerkskörper gibt es INZWISCHEN auch nicht mehr, leider. Das war vor 2 Jahren noch anders. Und Zigaretten muss man ein bisschen suchen, wenn man die will, weil die eigentlich auch nicht angeboten werden dürfen, die Händler aber halt so ihre Schlupflöcher finden.

 

 

Anmeldung

 

Die Anmeldung des Taobao Accounts damals habe ich nicht richtig mitbekommen. Zu der Zeit war ich noch gar nicht in China, also ist das auch schon fast 7 Jahre her... Das Haselchen hatte damals allerdings Hilfe von einem Bekannten, der Chinesisch lesen kann und sich auch selbst schon einen Account eingerichtet hatte. Also unfaires Spiel, in gewisser Weise... ;-) Zwischendrin hatten wir immer mal wieder Probleme, dass etwas nicht klappte. Meist wurde die Sicherheit verbessert. Aber wenn man halt weiß „Klick da, dann klick den erste Button rechts, dann den orangenen Button, dann gib die Nummer ein“ oder so, dann macht schon eine Änderung der Reihenfolge der Button große Probleme. Vor allem, wenn die halt alle auf Chinesisch beschriftet sind... Irgendwie hat das Haselchen aber all diese Probleme lösen können. Mit viel Fluchen, google translate und manchmal auch einfach mit wildem Herumgeklicke (unter wüsten Flüchen).

 

 

Suche

 

Bei der Produktsuche auf Taobao ist es enorm wichtig, auf Chinesisch zu suchen. Sonst bekommt man nur sehr, sehr wenige und meist total überteuerte Angebote angezeigt, weil alle anderen nichts Englisches im Titel oder der Beschreibung oder sonstwo haben (außer mal ein „Hot!“ oder ein „Feel the beauty in the time“ oder „Happy times“ oder so in der Beschreibung). Nun sprechen wir ja aber kein Chinesisch. Daher übersetzen wir, wonach wir suchen. Dabei muss man manchmal Kreativ werden. Sonst kommt man ja auch nicht drauf, dass beispielsweise „Reifrock“ mit „Rock Käfig“ (oder so ähnlich) übersetzt wird. Also versuchen wir immer erstmal einen translator (Google oder Yandex) und suche mal drauf los. Klappt nicht? Ok, erstmal von einer anderen Ausgangssprache übersetzen, Synonyme oder Umschreibung versuchen. Wenn die Ergebnisse alle sehr komisch aussehen oder es gar keine gibt, suchen wir mal über Wikipedia und dann der Chinesischen Version des Wiki-Artikels. Wenn das auch nicht klappt, suchen wir nach einem ähnlichen Suchbegriff. Also zum Beispiel nach einem Hochzeitskleid, wenn ich eigentlich einen Reifrock will. Und dann gehe ich in einen Shop, schaue dort die Artikel durch und wenn ich ein Foto von einem Reifrock sehe, kopiere ich die Artikelbezeichnung, übersetze diese zurück, suche mir heraus, was genau davon „Reifrock“ heißen könnte und suche dann damit.

 

 

Online-Banking und Alipay

 

Am Ende des Einkaufs steht die Zahlung. Man kann ich dafür einen Alipay Account einrichten. So ähnlich wie bei Paypal zahlt man darauf Geld ein, was dann da so herumliegt und was man eben überall, wo Alipay akzeptiert wird, ausgegeben werden kann. Wir haben auch einen Alipay Account, aber wir nutzen ihn nicht. Stattdessen hat das Haselchen sich für sein Chinesische Konto Onlinebanking einrichten lassen. Das ist eine kleinere größere Aktion hier. Und er musste auch zwischendurch noch manchmal zur Bank, weil da wieder irgendwas geändert wurde. Heute hat er einen Mini-„Taschenrechner“ von der Bank zu Hause. Sobald wir alles, was wir wollen, in den Warenkorb gelegt haben, muss das Haslechen (ich lasse da einfach die Füße draußen – das ist seine Domäne) die zu zahlenden Artikel auswählen und dann unsere Bank, aber den richtigen Link (die taucht in der Auswahl nämlich gleich 2 oder 3 Mal auf, aber dann klappt es nicht mit dem normalen Onlinebanking) und dann muss er die Kontonummer und ein Passwort eingeben, eine endlos lange Zahl vom Bildschirm in den Taschenrechner tippe, auf die orangene Taste am Taschenrechner drücken und dann eine von diesem ausgegebene endlos lange Zahl (ich glaube jeweils so 10 oder 12 Stellen, also deutlich mehr als eine gewöhnliche TAN in Deutschland hätte) am Bildschrim eingeben. Dann nur nur ein Captcha (zumindest war es mal da) und nochmal bestätigen und dann ist es erledigt. Ach ja, und alles im Internet Explorer, weil chinesische Webseiten grundsätzlich erstmal nur im IE rund laufen und in jedem anderen Browser keinerlei Online/Banking möglich ist.

 

 

Lieferung

 

Ein paar Tage später (mal ne Woche, mal am nächsten Tag, je nachdem) dann klingelt der Postbote. Oder besser: Die Postboten. Hier gibt es nicht nur 1 oder 2 Paketdienste. Hier werden die Sachen von locker 5 oder 6 verschiedenen Quaidies (= delivery companies) gebracht. Die düsen auf Mofas und Elektro-rollern durch die ganze Stadt und haben die Pakete mit teilweise atemberaubenden skills mit Gummies hinten auf den Rollern festgeschnallt. Kleintransporter oder so gibt es dafür nur von China Post – und die bringen so gut wie nichts, weil sie teuer und langsam sind. Es könnten auch 7 oder 8 sein. Und manchmal klingelt der selbe Bote sogar einmal am Morgen und einmal nochmal am Abend. Das allerdings meistens von der einen Firma, die ihr Depot direkt um die Ecke haben. Gut an dieser Vielfalt ist, dass die Lieferkosten sehr gering sind, weil die Konkurrenz sehr groß ist. Etwas nervig ist es, dass es halt teilweise dann 7 Mal am Tag klingelt, wenn wir viel bestellt haben. Auch, wenn der Postbote schon da war, kannst du halt nie wissen, ob dann nicht gleich der nächste vor der Tür steht und genau in dem Moment auf die Klingel drückt, in dem du dich gerade auf dem Klo niedergelassen hast. Aber das ist halt Jammern auf hohem Niveau...

Montag, 28. November 2016

Wir können sie nicht beschützen

Immer mal wieder lese ich in Texten davon, dass Mütter Ihre Kinder vor der bösen Welt da draußen beschützen wollen. Ich meine das nicht mit einem sarkastischen Unterton, der sich über diese Mütter lächerlich macht. Ich kann nämlich diesen Wunsch voll und ganz nachvollziehen. Auch für mich ist der erste Impuls: Ich will nicht, dass der kleine Rabe jemals etwas schlimmes erleben muss. Ich will nicht, dass er leiden muss – egal, ob es um emotionale oder um körperliche Leiden geht. Ich würde mir wünschen, dass ich ihm nie erklären müsste, warum Menschen andere Menschen verletzen. Ja, Themen wie Tod, Krankheit oder Trauer blieben auch in einer perfekten Welt ein Thema. Aber da müsste ich meinem Kind nicht irgendwann erklären, warum Menschen andere Menschen hassen, nur weil sie in einem anderen Land geboren wurden oder eine andere Sexualität ausleben, als die meisten. Oder warum „man“ Jungs auslacht, die rosa tragen. Oder Mädchen, die sich die Haare kurz schneiden lassen. Dann würde ich nicht bei dem Gedanken an eine Tochter auch an die Gefahr denken, dass sie später im Leben Opfer einer Vergewaltigung werden könnte (ja, das passiert auch Männern und wird leider wie zu oft totgeschwiegen, aber da die Assoziation nicht so schnell). Dann würde mich nicht jetzt schon hin und wieder der Gedanke heimsuchen, wie sicher so ein Schulweg wohl ist, wenn ich in den Nachrichten von Kindesentführungen lese. Aber Fakt ist leider:

 

Diese Welt ist nicht perfekt

 

Far from it. Leider. Wir leben in einer sehr, sehr imperfekten Welt. Teilweise sogar einer mensch-gemachten Hölle, wenn ich beispielsweise an Krieg, Flucht und Diktaturen denken. Das sind alles Dinge, die es auch heute gibt. Genau jetzt gerade werden auf dieser Welt irgendwo Menschen gefoltert, brutal verfolgt, aller Würde beraubt und von Bomben und Gewehren umgebracht. Von anderen Menschen. Ja, wir sind in der unglaublich glücklichen Situation, weit weg von diesen Dingen zu leben, aber sie geschehen. Und bei uns zünden hasserfüllte Vollidioten dann noch die Notunterkünfte an, die die Menschen beherbergen, die vor all diesem Horror geflüchtet sind. Zeitgleich fordern Parteien, dass man Kindern schon ab dem Kindergarten indoktrinieren muss, dass „anders“ sein schlecht ist und wer nicht heterosexuell ist und heiratet und Kinder bekommt ist minderwertig. Oder zumindest darf man ihnen nicht beibringen, dass jeder Mensch so gut ist, wie er ist. Und diese Parteien bekommen teilweise 20% der Wählerstimmen. Und dann rennen Horroclowns durch die Gegend und attackieren Menschen auf offener Straße mit Messern und Baseballschlägern. Und auf der Autobahn sterben Unfallopfer, weil die Leute keine Rettungsgasse für den Krankenwagen freihalten. Ich könnte noch ewig weiter machen mit Beispielen. Das IST die Welt, in der wir Kinder gesetzt haben. Das würde ich gerne ändern (also die Welt, nicht das Kinder reinsetzen), aber ich kann die Welt nicht von heute auf Morgen umkrempeln. Diese Welt ist voll von Schlechtem, Gefährlichem und Bösem. Es ist überall und wir können ihm nicht entkommen.

 

Beschützerinstinkt vs Realität

 

Dann, so der nächste Impuls, beschütze ich mein Kind davor. Das ist absolut verständlich und auch ich will mein Kind schützen. Ich schütze ihn vor Kälte. Ich gehe mit ihm weg, wenn es irgendwo zu laut ist. Ich schnalle ihn im Auto in einer Babyschale bzw. einem Kindersitz an. Ich würde mit ihm niemals in ein Krisengebiet reisen. Das alles gebietet ja auch einfach der gesunde Menschenverstand. Ich behüte ihn und liebe ihn, ich gebe ihm Nähe, Wärme, Nahrung und Schutz. Wir teile uns ein Bett, weil er auch in der Nacht die Gewissheit braucht, dass jemand bei ihm ist und er sonst Angst leiden müsste. Ich schütze ihn vor übergriffigen Omis und haue denen auf die Finger, wenn sie ihm zu nahe kommen. Aber wie kann ich das in Zukunft weiter führen? Der kleine Rabe ist noch keine 1 ½ Jahre alt und die meiste Zeit bei uns zu Hause. Aber: Mit dem Umzug nach Deutschland planen wir ebenfalls, zumindest mittelfristig, einen Kindergartenplatz für ihn zu suchen. Da wird er wohl mit viele Bakterien und Viren in Verbindung kommen, die sein Immunsystem bis jetzt noch nicht kannte, und öfter krank werden. Aber er wird auch mit Rollenbildern und Erwartungshaltungen in Kontakt kommen, die wir zu Hause nicht an ihn stellen. Gruppenzwang kennen schon Kindergartenkinder. Schon dort werden beispielsweise Jungs ausgelacht, die Kleider tragen oder Pink mögen. Wenn man Pech hat. Schon dort herrscht Druck, auch von „oben“. Und vielleicht wird er dort nicht glücklich. Dann habe ich die Möglichkeit, ihn zu schützen und kann ihn aus dem Kindergarten nehmen und zu Hause zu betreuen. Aber dennoch sollte er ja nicht nur daheim eingesperrt werden, sondern auch mit anderen Kindern in Kontakt kommen. Und da wird er auf die gleichen Ansichten, Rollenbilder und Erwartungen aus der Peergroup heraus treffen. Und sobald er 6 Jahre alt ist, muss er in die Schule gehen. Berechtigte Kritik am deutschen Schulsystem jetzt mal ganz beiseite: Schulpflicht besteht in Deutschland. Und dann? Spätestens dann kann ich ihn nicht mehr vor allem beschützen. Klar, ich könnte ihn täglich bis ins Klassenzimmer begleiten und von dort wieder abholen, um die Gefahr von Entführungen oder Prügeleien auf dem Schulweg etc. Zu minimieren. Dennoch könnte ich Ausgrenzung, Mobbing oder Gewalt innerhalb der Schule nur sehr, sehr bedingt verhindern oder unterbinden. Und sobald er lesen kann, kann er die Zeitung lesen und erfährt von all dem, was auf dieser Welt passiert und ich muss ihm den Krieg, Mord und Totschlag und die Brandanschläge erklären.

 

Irgendwann bin ich tot

 

Und er wird ja nicht kleiner. Er wird immer größer und selbstständiger werden und irgendwann ist er ein junger Erwachsener. Und irgendwann ist er ein erwachsener Erwachsener. Und bleibt dabei ja doch immer mein Sohn, mein Kind. Wir bleiben ein Leben lang das Kind unserer Eltern. Kann ich ihn dann noch schützen vor dem Schlechten in der Welt? Ich könnte es versuchen, ja. Er könnte, um das mal ins Extrem zu denken, zu Hause wohnen bleiben, ich segne seinen Freunde/-innen ab und halte ihn so unselbstständig wie möglich, damit ich ihn vor falschen Entscheidungen beschützen kann. Und dann? Irgendwann bin ich tot. Spätestens dann kann ich ihn nicht mehr beschützen. Vor nichts und niemandem mehr, weil ich nicht mehr da bin. Und dann würde er dastehen und wäre nicht fähig, sein Leben selbst zu leben. Und mein unausweichliches Ableben würde sein Leben komplett ruinieren.

 

Vorbereiten und Begleiten statt nur schützen

 

Genau deshalb denke ich, dass es nicht unser Ziel sein sollte, unsere Kinder immer vor allem zu schützen. Ja, schützen und behüten können und müssen wir, wo es Sinn macht. Aber müsste ich den kleinen Raben vor Konflikten mit anderen Kindern beschützen? Müsste ich ihn vor schlechten Nachrichten schützen? Vor dem Kontakt mit – aus meiner Sicht falschen – Ideologien, Rollenbildern, Erwartungshaltungen? Muss ich ihn vor Fakten schützen? Ich glaube nicht. Ich glaube, das kann ich gar nicht. Ich kann ihn ebensowenig davor schützen, irgendwann auf dem Schulweg angesprochen und mit Süßigkeiten oder oder was auch immer gelockt zu werden. Ich kann ihn nicht davor schützen, dass seine Freunde ihn vielleicht später dazu drängen, zu rauchen, weil das „cool“ ist. Ich kann ebensowenig davor schützen, vielleicht keine Freunde zu haben und ein Außenseiter zu sein. Ich kann ihn nicht abschirmen, wenn Idioten auf der Straße „Ausländer raus!“ skandieren. Ich kann ihn nicht davor schützen, als Jugendlicher von anderen Halbstarken angepöbelt zu werden. Und ich glaube, ich muss es auch nicht. Meine Aufgabe als Mutter ist nicht, alles Schlechte von ihm fern zu halten, sondern ihn darauf vorzubereiten und ihm beizustehen. Ich kann ihm Liebe geben, ihn mit einem sicheren Rückzugsraum aufwachsen lassen. Ich kann meine Werte und Ansichten mit ihm teilen und darauf hoffen, dass er die Guten übernimmt. Ich kann sein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein stärken. Ich kann ihm beibringen, „Nein!“ zu sagen. Ich kann ihn begleiten und zur Seite stehen, wenn er mich braucht. Und das ist meine Aufgabe als Mutter. Nicht, ihn immer abzuschirmen und zu schützen, sondern ihm das Handwerkszeug und die Chance zu geben, mit dem Schlechten in der Welt selbst fertig zu werden. Ich muss ihm Wurzeln geben, aber ich darf ihm die eigenen Flügel nicht verwehren.

 

Was ich NICHT sage

 

All das heißt NICHT, dass ich finde, wir sollten unsere Kinder „abhärten“, weil die Welt da draußen so schlecht ist und ein verweichlichtes Kind darin untergehen würde. Wir sollten sie stärken. Stärken ist nicht gleich abhärten. Ich sage auch NICHT, dass beispielsweise das Betreuen von Kindern zu Hause statt Kindergarten oder sogar das Homeschooling per se falsch sind. Ja, jeder Mensch ist ein Individuum. Das gilt für Kinder ganz genauso wie für Erwachsene. Manche Kinder brauchen mehr Zeit und mehr Schutz, als andere. Dennoch bleibt es ein schmaler Grat, den wir als Eltern balancieren müssen. Und ich merke schon jetzt, dass dieser Balanceakt nicht leicht wird. Aber genauso wenig müssen wir verzweifeln, wenn unsere Kindern mit etwas Schlechtem Berührung gekommen sind. Wir müssen nicht verzweifelt ausrufen „Davor wollte ich ihn doch beschützen!“ und uns deswegen Vorwürfe machen. Das klappt nicht und nutzt doch am Ende nichts.

Samstag, 26. November 2016

DIY-Knete: Klappt

Irgendwann fangen Kinder an, mit Knete zu spielen. Ich mochte das als Kind sehr gerne. Nun wollte ich mal versuchen, ob der kleine Rabe da schon Freude dran hätte. Allerdings besitzen wir keine Knete. Und ich hätte gerne ungiftige gehabt. Ich hatte aber schon vor einiger Zeit entdeckt, dass man Knete auch selbst machen kann.

Das Rezept

Das Rezept habe ich von hier.
Allerdings habe ich erstmal nur die halbe Menge gemacht. Und da ich keine Zitronensäure hatte, mit Essig abgewandelt. 

Die wunderbare Frau Rabe hatte mich vorher noch auf Twitter darauf hingewiesen, dann etwas weniger zu nehmen, weil die Säure von Essig stärker als die von Zitrone ist.

Also habe ich:

- 200 gr Mehl
- 100 gr Salz
- 3/4 EL Apfelessig (der mildeste Essig, den wir im Haus hatten)
- 1 1/2 EL Speiseöl
- 250 ml kochendes Wasser

In einer Schüssel mit dem Löffel verrührt und dann mit der Hand durchgeknetet. Dann noch Lebensmittelfarbe rein und fertig.

Ergebnis

Das Ergebnis ist tatsächlich eine richtige Knetmasse. Ich habe meine eigene Knete als Kind etwas "fettiger" in Erinnerung und es bleibt doch auch mehr Knete an den Fingern kleben. Ggf muss ich noch mit der Menge an Essig und Öl experimentieren. Außerdem war ich ein bisschen sparsam mit der Farbe. Aber gar so eilig ist es nicht.

Spielspaß beim Raben

Denn bis jetzt hielt sich die Begeisterung des kleinen Raben noch in Grenzen. Er hat die Knete hauptsächlich als Klumpen herumgeworfen, sich drauf gesetzt, sie plattgedrückt, den Finger hinein gebohrt, einen salzigen Finger angeleckt, sich über Knetreste an den Finger beschwert und sich übers Händewaschen gefreut.

Haltbarkeit

Angeblich soll sich die Knete luftdicht verpackt bis zu 6 Monaten halten. Es mag an der hohen Luftfeuchtigkeit hier gelegen haben, aber bei uns war sie schon am nächsten Tag matschig und viel zu weich, sodass sie ziemlich unangenehm an den Fingern klebt.

Bis auf das Wasser alle Zutaten in der Schüssel 

Mit dem Löffel durchgeknetet

Der kleine Rabe tastet sich beim Durchkneten langsam heran

Der Kater macht den Geschmackstest

Das Einfärben beginnt 

Pro-Tipp: Beim nächsten Mal vielleicht mit Handschuhen färben? 

Fertig! 

Da flog sie auch schon. Ebenfalls im Bild: Gut, dass am nächsten Tag die Ayi kam^^


Donnerstag, 24. November 2016

Rabenschnabel: Mein Wochenende

Hallo. Ich bin der kleine Entdecker. Ich glaube, ihr kennt mich als den kleinen Raben. Was ein Rabe ist, weiß ich schon. Ein Vogel ist das. Den kann man toll in den Schnabel beißen und der ist ganz weich und plüschig. Ich will euch mal von meinem Wochenende erzählen. Also so heißt das doch, wenn Mama und Papa beide zu Hause sind, oder? Weil wenn ja, dann war Gestern und Vorgestern bei uns das Wochenende. Und das war sehr schön. Also vor allem das Vorgestern.

 

Ich fand es sehr schön, dass meine Mama gleich zwei Tage nacheinander zu Hause geblieben ist. Das war schon ganz lange nicht mehr so. 6 Wochen, sagt Mama. Ich weiß nur, dass es lange war. Weil: Ich mag das nicht, wenn die Mama morgens zur Arbeit gehen muss. Ihr Mofa ist toll. Obwohl sie behauptet, es wäre ein Fahrrad. Aber wenn sie damit erst ganz spät wieder kommt, wenn es schon dunkel ist... Das ist doof. Ich bin gerne bei meinem Papa. Der spielt ganz viel mit mir und kitzelt mich durch und wirft mich, wenn die Mama nicht guckt, gaaaaanz hoch und fängt mich wieder auf. Und der macht auch ganz lecka Essen und geht mit mir spazieren. Aber trotzdem mag ich es am liebsten, wenn Mama un Papa beide da sind.

 

Am ersten Tag von unserem Wochenende war die Mama morgens noch ganz müde. Der Papa auch, glaub ich. Aber der Papa ist trotzdem mit mir spazieren gegangen. Es fiel Wassa vom Himmel. Deshalb hat der Papa die Plastikhülle über mein Brrrumm gemacht. Und weil es auch ganz windig war, hat er das die ganze Zeit festgehalten. Das sah lustig aus. Wir sind dann zum Bäcker gegangen. Das ist ein Laden, in dem es ganz leckere Sachen zu kaufen gibt. Am liebsten mag ich daMassa. Mama und papa sagen, das wären Muffins, aber die sagen manchmal so komische Worte und sind sich dann nicht mal einig... Also ich sage, da gibt es Massa. Dann hat der Papa noch was gesucht, aber nicht gefunden. Nämlich einen Laden mit Blumen für die Mama. Ich mag Blumen auch. Die kann man so toll auseinander pflücken! Babaka, zu denen die Mama Schmetterlinge sagt, auch, aber wenn ich das mache, gucken alle so komisch...

 

Auf jeden Fall sind wir dann wieder nach Hause gekommen und ich habe die Mama gesucht. Ich dachte schon, sie wäre wieder weg. Aber plötzlich kam sie aus dem Schlafzimmer und hat sich gefreut. Ich mich auch. Ich habe dann mit meinen Autos gespielt und sie alle der Mama gegeben. Die sollte sie in derHand halten. Weil Mamas Hand ist groß, da passen ganz viele Autos drauf. Dann saß die Mama am Tisch und hat Kaffee aus einer Tasse getrunken und einen von den leckeren Sachen aus der Bäckerei gegessen. Der Papa war in der Küche und hat was mit Obst gemacht. Ich wollte dann auf Mamas Schoß und habe dabei die Banan auf dem Tisch gefunden und ein bisschen davon gegessen.

 

Dann hat der Papa mir ein Video gezeigt. Da kam einMann drin vor. Und eine Tante. Und ein Kamas. Ein ganz großer LKW. Und dazu spielte Musik. Ich fand das ganz toll. Plötzlich war es zu Ende. Da musste ich erstmal weinen. Aber der Papa hat es wieder an gemacht und ich habe mich gefreut. Dann war es wieder zu Ende und ich musste wieder weinen und habe nach dem Kamas gerufen. Und dann hat die Mama es wieder angemacht. So ging das eine ganze Weile.

 

Dann brachte mir die Mama so buntes Zeug. Das war ein bisschen nass. Ich habe ein bisschen meine Finger hinein gedrückt und es dann herumgeworfen. Das machte aber gar nicht so richtig Krach. Deshalb war es mir ein bisschen langweilig und ich wollte lieber noch mal das Video mit dem LKW sehen. Und nochmal. Und nochmal. Dabei habe ich dann die Schubladen mit den Fernbedienung und Kabeln entdeckt. Als ich die wieder zu gemacht habe, tat plötzlich mein Finger weh und ich musste weinen. Die Mama hat mich aber gleich in den Arm genommen und meinen Finger gesund geküsst und dann sind wir sogar noch zum Papa in die Küche gegangen. Da hatte ich schon vergessen, warum ich weinen musste. Da darf ich auf Mamas Arm nämlich immer die Dunstabzugshaube an und aus machen und das macht Spaß.

 

Dann hat der Papa mir leckere Suppe geben. Und Brot. Und dann hat er behauptet, er würde mir Obstpüree geben, das er selbst gemacht hat. Aber das stimmte bestimmt gar nicht! Weil Mango und so, das ist lecker. Aber was der Papa mir gegeben hat, das war gar nicht lecker. So habe ich dann auch geguckt und der Papa hat ganz laut gelacht und der Mama gesagt, dass es mir nicht schmeckt. Also essen Mama und Papa das jetzt selber. Warum die das überhaupt essen wollen, weiß ich nicht...

 

Dann hat mir die Mama noch die Winde gewechselt. Wenn die Mama das macht, ist das gar keine Pamba, sondern eine Stoffwindel. Aber das ist ein schweres Wort.

 

Dann hat sich die Mama mit mir ins Bett gekuschelt. Zuerst dachte ich, ich soll jetzt schlafen und habe nach dem Papa gerufen. Aber dann hat die Mama gesagt ich muss gar nicht schlafen, wenn ich nicht möchte und wir würden uns nur ein bisschen ausruhen. Das kann ich ja auch mit der Mama. Erst habe ich der Mama von einem anderen Tag erzählt. Da war ich mit Papa beim Anker und am gleichen Tag haben wir einen großen Brumm LKW und (Feuerwehr-)Männer gesehen. Irgendwann war ich dann nach "Papa Jaker. Kamas Brumm Manner!" mit dem Erzählen fertig. Also habe ich ein bisschen Milch getrunken und die Mama hat mir was erzählt. Da wurde es mir ganz warm und gemütlich und ich habe die Augen zu gemacht. Und die Mama hat mir versprochen, dass sie bei mir bleibt. Und da bin ich doch eingeschlafen. Zwischendurch habe ich immer kurz geschaut, dass die Mama wirklich noch da ist. Weil ich ja dabei noch halb geschlafen habe, habe ich ihre Hand gedrückt. Oder mich näher an sie geschmust. Oder nochmal ein bisschen Milch getrunken. Und sie war wirklich die ganze Zeit bei mir. Das war zwar ganz schön warm und ich habe ein wenig geschwitzt, aber es war auch sehr schön. Sonst muss ich nämlich immer erst nach Mama oder Papa im Bett suchen und manchmal sogar fragen, bis ich sie finde.

 

Als ich wieder wach war, ist der Papa nochmal mit mir spazieren gegangen. Er hat behauptet, wir würden Mango kaufen gehen. Aber in dem Laden gab es gar keine. Deshalb haben wir Banan gekauft. Die Mama war wieder zu Hause. Sie hatten Kopfschmerzen, hat sie gesagt.

 

Dann kamen wir wieder nach Hause und ich habe ein bisschen mit meinen Autos aus dem tas (Wäschekorb) gespielt. Außerdem habe ich versucht, „Ei“ bei den Ma-Katzen zu machen, aber die waren schneller, als ich krabbeln kann. Währenddessen waren Mama und Papa in der Küche. Es roch dann bald sehr lecker. Zum Abendessen gab der Papa mir dann Brot mit Tamataund Käse und Banan. Und dann kam die Mama aus der Küche und das, was so lecker gerochen hatte, waren Muffins. Die Mama behauptet, da wäre Fruchtpüree drin gewesen. Von dem ekeligen. Aber das stimmte gar nicht, da waren kleinen Stückchen Schokolade drin und die waren total lecker! Als ich mit meinem Abendessen done war, war ich so satt, dass ich nichtmal ein weiteres Stück Muffin essen konnte.

 

Dann hat die Mama mich im Bat ganz nass gemacht, mir erst die eine und dann die andare Seite aus ihremBH mit Milch gegeben , mir meinen Schlafanzug und die S(J)acke, die sie Schlafsack nennt, angezogen und mich in unser Schlafzimmer gebracht. Früher haben mir in dem hohen Bett geschlafen. Aber weil es mir sehr dolle wehtut, wenn ich nicht rechtzeitig merke, wo das zu Ende ist, sind wir jetzt in das andere Schlafzimmer umgezogen, wo das Bett ganz niedrig ist. Ob das da weh tut, weiß ich noch nicht. Da bin ich noch nicht raus gefallen. Da ist es aber auch jeden Fall lauter und ich kann immer genau hören, wenn auf der Straße ein Kamas oder ein Bus fährt. Bus sage ich übrigens immer auf Englisch. Dann hat der Papa mir noch gute Nacht gesagt, ich habe mich mit „Paka, Papa!“ verabschiedet und wir haben ein Buch gelesen. Ich wollte gerne das mit dem Mamaf und dem Gaga. Ich habe ein bisschen mit der Mama debattiert, dass das gar kein Traktor, sondern ein Bagger ist, aber sie hat das noch nicht eingesehen. Nur beim dem grünenGass waren wir uns einig. Sie wollte mir auch noch andere Bilder in dem Buch zeigen, aber die finde ich nicht so spannend.

 

Dann haben wir zusammen die (L)Ampa ausgemacht, ich habe nochmal ein bisschen Milch getrunken, die Mama hat mir unser Schlaflied vorgesungen und dann habe ich ganz schnell geschlafen.